Handwerk

Nachdem die Kokons gewaschen und gereinigt sind, werden sie als "cakes" auf den Halter gelegt und dann mit der Handspindel versponnen. So konnten sich die Frauen überall leicht dem Spinnen widmen. Die Menge an produziertem Garn ist bei dieser Methode recht gering und die Qualität fällt sehr unterschiedlich aus.

 

Eine Verbesserung bringt das Handspinnrad, das mit dem Fuß betrieben wird. Es ist leicht und lässt sich an jede Stelle im Haus oder Hof mitnehmen. Der Faden wird gleichmäßiger und die Menge an produziertem Garb beträgt ungefähr das Zehnfache.

 

Im Rahmen des gemeinsam mit der GIZ begonnenen Projekts wollen wir den Frauen Handspinnräder zur Verfügung stellen und sie im Spinnen an diesem Gerät schulen. 

 

So hoffen wird, dass bald eine genügende Menge Garn zur Verfügung steht, um mit dem weben von Stoffen beginnen zu können.

Traditionell entstehen Schals und schmale Stoffbahnen auf dem Bodenwebstuhl (floor loom). Das Schären der Kette, das Spannen des Webstuhl und das Einbringen der Schussfäden sind mühsame und langwierige Prozesse. Die körperliche Belastung der Frauen ist groß und das Sitzen auf Plastikplanen nicht unbedingt gesund.

 

Inzwischen hat ein Kurs stattgefunden, in dem der Handweber Andreas Möller zusammen mit schreinern und Weberinnen in Umden mehrere Flying8-Webstühle gebaut hat. Flying8 sind Handwebstühle mit Schnellschuss (frame looms), die nur aus Holz bestehen und von jedermann und jederfrau selbst gebaut werden können. 

 

 

Sie sind klein und passen in jede Hütte. Sie sind leiser als herkömmliche Webstühle und besitzen etliche ergonomische Verbesserunngen, die das Weben erheblich erleichtern. Sie haben 8 Schäfte, so dass Stoffe mit allen Bindungsarten und vielfältigen Abwandlungen hergestellt werden können.

 

Damit können die Frauen leichter und effektiver größere Mengen an Gewebe produzieren. Wenn sorgfältig gearbeitet wird, stehen diese Stoffe in puncto Qualität in Deutschland gewebten Stoffen in nichts nach.